Erweiterung der MPEG-4-Norm und wird daher auch als "MPEG-4/Part 10" oder MPEG-4/AVC" bezeichnet. H.264 erreicht eine etwa doppelt so hohe Codier-Effizienz wie MPEG-4 (das "alte" MPEG-4 mit seinen Derivaten DivX und XviD) oder 3-mal so hohe wie MPEG-2. Darüber hinaus ist auch die Bildqualität nochmals verbessert. - das Bild erreicht DVD-Niveau ab ca. 800 bis 1.000 kBit/s. Auch ist bei H.264 besonders das breite Einsatzspektrum bemerkenswert. Es reicht vom Pocket-PC über UMTS-Handys und HD DVD bis eben zu HDTV und ist damit besonders vielseitig, was bisher noch stets die beste Voraussetzung für weite Verbreitung und damit Zukunftssicherheit war. Im PC-Bereich sind übrigens bereits Encoder (z.B. "Nero Digital" der Brenner-Software Nero) und Decoder (z.B.: QuickTime ab Vers.7 oder Nero Show-Time-Player) für H.264/AVC-Videodateien verfügbar.
* DVB-S2 - DVB-S steht für "Digital Video Broadcast - Satellite", zu deutsch etwa "Digitales Video Senden per Satellit" und ist der Übertragungsstandard (Modulation, Fehlerkorrektur etc.) für die Kommunikation zwischen Transponder des Satelliten als Sender und Receiver beim Empfänger. Bei DVB-S2 handelt es sich um eine Weiterentwicklung dieses Standards. Neben MPEG-2 Signalen werden jetzt auch MPEG 4 Signale übertragen, was bei gleichen Empfangsbedingungen mit DVB-S2 die effektiv nutzbare Signalbandbreite um 30 Prozent erhöht. DVB-S2 wird vor allem für neue Übertragungsvarianten wie IP-basierte Dienste oder HDTV-Übertragungen genutzt. DVB-S2 ermöglicht die Übertragung zweier unabhängiger Transportströme auf einem Transponder, was z.B. die parallele Übertragung eines TV-Programms in HDTV-Auflösung und eines weiteren im normalen Standard ermöglicht.
Ihr HDTV-Receiver sollte also, um zukunftssicher zu sein, MPEG-4 beherrschen - und zwar in der Variante MPEG-4/H.264/AVC - und er sollte DVB-S2 empfangen können, denn das ist der Standard für H.264/AVC-komprimierte Sendungen.
Europas erster HDTV-Sender: Euro1080
Am 1. Januar 2004 nahm Europas erster HDTV-Sender, das in Belgien beheimatete Euro1080 den Sendebetrieb auf. Euro1080 ist ein brandneuer Sender und sendet über Satellit seine Programme sowohl in private Haushalte (Sender: HD1) wie auch in kommerzielle Kinos (Sender: HDe) ausstrahlen. Der neue HDTV-Sender will die Hürde der Sprachgrenzen mit einem hochkarätigen Programm namens HD1 überwinden, das Sport, Musik, Shows, kulturelle Ereignisse und auch Spielfilme im Angebot hat.
Euro1080 hat sich für die HDTV-Variante 1080i 50 entschieden. Konkret: Die Anzahl der Zeilen ist 1080, die Bildwiederholrate ist 50 Hz und es wird das Zeilensprungverfahren angewendet , denn "i" steht für "interlaced". Weiter gibt Euro1080 an, dass die horizontale Auflösung 1920 Linien beträgt. Der HDTV-Sender sendet allerdings für Kinos und Privathaushalte in technisch unterschiedlichem Format: Für das Privat-TV (Main-Channel) unter dem Sendernamen HD1 wird angegeben, dass 25 Bilder je Sekunde gesendet werden, während es bei den Sendungen für Kinos (Event Channel) 24 Bilder je Sekunde sind. Dies entspricht dem Kinobildformat von 24 Bildern je Sekunde. Hier finden Sie mehr zur HDTV-Technik von Euro1080 ...
uro 1080 hat sein Programm in zwei Channels aufgeteilt:
* Der ursprünglich Main Channel genannte Consumer-Kanal von Euro1080 ist mittlerweile zu einem Sender namens HD1 mutiert. Dieser wird nachmittags noch teilweise Free-to-Air (also kostenlos) über Satellit ausgestrahlt. Doch das Abend-Programm ist mittlerweile verschlüsselt. Mit dem HDTV-Receiver Quali-TV QS-1080 IR wird eine SmartCard ausgeliefert, die laut Euro1080 den Empfang von HD1 bis zum Jahr 2010 gewährleisten soll. HD1 wird mit einem Deckungsgebiet von über 30 Ländern zwischen Norwegen, Portugal und Griechenland ausgestrahlt und sendet ab Dezember 2004 zudem in 5 Sprachen. Geplant sind 5 Sparten: Music, Trends, Sports, Xplore und Fiction (Spielfilme).
* Der zweite Kanal von Euro1080, der Event Channel, wurde im Zuge der HD1-Gründung in HDe umbenannt und ist für Kinos und vergleichbare Geschäftsbetreiber bestimmt. Eventprogramme werden entweder live oder aufgezeichnet an "Event Cinemas" gesendet, d.h. Kinos, die mit einer elektronischen Projektionsanlage und einem 5.1 Surround Sound System ausgerüstet sind. Der Inhalt dieser Sendungen reicht von Live-Übertragungen von Großereignissen bis zu regionalspezifischen Programmen. Die Sendungen des Event-Channels haben eine höhere Auflösung und werden verschlüsselt ausgestrahlt. Dem Vernehmen nach soll auch dort die Codierung Irdeto zur Anwendung kommen.
Als Kompressionsverfahren hat Euro1080/HD1 den MPEG-2-Standard gewählt. Dem Vernehmen nach will der Pay-TV-Sender Premiere, der ab November 2005 mit HDTV regelmäßig auf Sendung gehen will allerdings nicht auf MPEG-2 setzen. Ob Premiere auf das modernere MPEG-4 oder auf einen anderen Kompressionsstandard stetzt ist noch nicht bekannt. Wichtig könnte diese Frage für die Hersteller der HDTV-Receiver werden, denn ein universell einsetzbarer Receiver soll natürlich alle gängigen Verfahren beherrschen.
Der Ton kann in beiden Channels als Dolby Digital (5.1) übertragen werden. Euro1080 hat angekündigt, mit öffentlichen Sendern, Produktionshäusern und Plattenfirmen zusammenzuarbeiten und Programme mit HDTV-Sendern in der ganzen Welt auszutauschen sowie Übertragungsrechte von namhaften Veranstaltern von Großereignissen, Fußball-Meisterschaften (EM und WM) sowie die HDTV-Rechte an den olympischen Sommer- und Winterspielen zu erwerben. Es sieht also ganz danach aus, als müsse man sich wegen zu wenig HDTV-Content erst einmal keine Sorgen machen. Allerdings wird der Schwerpunkt der HDTV-Sendungen eindeutig bei englischsprachigen Programmen liegen.
Nach dem hoffnungsvoll angekündigten Start von Euro1080/HD1 ist es zwischenzeitlich wieder sehr ruhig um den belgischen HDTV-Sender geworden, so dass das oben dargestellte im Hinblick auf die von ProSieben Sat.1 und Premiere für Herbst 2005/Anfang 2006 angekündigten Aktivitäten (s.u.) möglicherweise schon bald in den Archiven der Geschichte verschwinden wird.
HDTV bei Pro7 und Sat.1
Wie auf der IFA 2005 in Berlin zu erfahren war, startet die ProSieben/Sat.1-Gruppe am 26. Oktober 2005 mit Ihren HDTV-Sendern Pro7 HD und Sat.1 HD, die beide "free-to-air", also kostenfrei über ASTRA zu empfangen sein werden. Kabelempfänger gehören vorest noch nicht zum Kreis der Zuschauern, die sich an HDTV erfreuen können. Gesendet wird in "simulcast", d.h., wer keinen HDTV-Receiver besitzt (und das dürfte im Herbst 2005 fast jeder sein) empfängt diese Sendungen in der PAL Standard-Auflösung (SDTV). Es wird "echtes" und "unechtes" HD-Material geben. "Echt" ist, was in HD-Qualität aufgenommen wurde, z.B. Fußball-Mitschnitte mit HD-Kameras oder HD-produzierte Spielfilme oder Serien wie z.B. "Desperate Housewives". "Unecht" ist auf HD-Qualität hochscaliertes Standard-Material, was zukünftig höchstwahrscheinlichen den Löwenanteil der kostenfreien TV-Programme ausmachen wird. Die Unterschiede in der Qualität zwischen originärem HD-Material und hochscalierten Quellen sind laut Audiovision 11/2005 "gewaltig". Pro7/Sat.1-Produktionschef Martin Emele relativiert dies, wenn er im Audiovision-Interview sagt: "Ich glaube, dass die optische Verbesserung [von upskaliertem Standard-Material zu PAL] in jedem Fall gewaltig sein wird; der Qualitätsunterschied zwischen dem klassischen und dem upkonvertierten SD-Signal ist dabei vielleicht noch größer als der Sprung von hochskaliertem PAL zu echtem HDTV." Laut Pressemitteilung von ProSiebenSat.1 liegt das upkonvertierte Material auf dem Qualitätsniveau des DVD-Standards.
HDTV bei Premiere
Wie aus der Presseabteilung von Premiere zu erfahren war, soll bei diesem Pay-TV-Anbieter das HDTV-Programm am 03.12.2005 starten (siehe Pressemitteilung von Premiere). Zum Start gibt es dann gleich eine Live-Übertragung: Ab 15:30 Uhr wird das Bundesliga-Spiel VfB Stuttgart gegen FC Bayern München gesendet. Premiere bietet HDTV in drei Sparten-Kanälen, die jeweils an dem Zusatz "HD" zu erkennen sind: Spielfilme und Serien laufen auf PREMIERE HD FILM (die meisten neben der deutschen Sprachfassung wahlweise auch in O-Ton und in Dolby Digital), nationaler und internationaler Spitzensport über PREMIERE HD SPORT und die Dokumentationen von Discovery findet man in HDTV auf PREMIERE HD THEMA. Die HD-Abos von Premiere sind als Zusatzabonnements in Verbindung mit dem jeweiligen Premiere Standardabonnement erhältlich. Es ist also (stand Oktober 2005) nicht möglich, HDTV isoliert zu abonnieren. Kombiniert mit PREMIERE KOMPLETT gibt es alle drei Abos bereits ab 12 Euro pro Monat. Premiere weist darauf hin, dass zum Empfang der HDTV-Kanäle Sat-Receiver mit dem Kompressionsstandard MPEG-4/H.264AVC (s.o.) und dem Dekodierstandard DVB-S2 erforderlich sind. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass ein Display (Plasma-TV oder LCD-TV) mit "HD ready" Logo für den HDTV-Empfang erforderlich ist. Premiere strahlt in 1080i aus. Interessant auch die Aussage in der Pressemitteilung von Premiere zur HDTV-Einführung: "Die Darstellung von 1080i-HD-Programmen auf Geräten mit mindestens 720 Zeilen ist problemlos möglich. Es besteht kein nennenswerter, wahrnehmbarer Qualitätsverlust."
Entwicklung von HDTV weltweit und in Europa
Bereits Ende der achtziger Jahre gab es einen Versuch, HDTV in Europa einzuführen.



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